Nachhaltige und unabhängige Fernwärmeversorgung
Wichtige Weichen für Heizung aus der Tiefe
Zum Ende des kommenden Jahres wird der Wärmeschatz aus 1.050 Metern Tiefe Prenzlaus Wohnzimmer wärmen. Während der Zugang dazu bereits im vergangenen Jahr mit der Tiefenbohrung geschaffen wurde, werden gerade weitere wichtige Weichen gestellt.

Die Grafik veranschaulicht die Funktionsweise der Geothermieanlage in Prenzlau.
Grafik: SWP/SPREE-PR
„Als nächstes wird die Thermalwasserleitung errichtet“, erklärt Projektleiter Maximilian Zingelmann von den Stadtwerken Prenzlau. „Sie verbindet die Förderbohrung am Thomas-Müntzer-Platz mit der Injektionsbohrung am Krankenhaus. Hierzu befinden wir uns gerade im Ausschreibungsverfahren. Der Bau startet im 2. Halbjahr. Dann ist der geothermische Kreislauf vollendet.“
Das 43 – 44 °C Grad warme Thermalwasser wird nach dem Entzug der Wärme durch die Wärmeübertrager und Wärmepumpen durch die Thermalwasserleitung oberirdisch 1.300 Meter durch eine Rohrleitung zur Injektionsbohrung transportiert. Das nun 20 °C kalte Wasser wird durch die Injektionsbohrung wieder zurück ins Erdreich befördert.
Damit die Nutzung der geothermischen Wärme für das Fernwärmenetz Prenzlau überhaupt möglich ist, entsteht am Thomas-Müntzer-Platz eine geothermische Heizzentrale. „Hier bündeln wir die gesamte Technik. Sie beherbergt zukünftig die oberirdischen Anlagen, angefangen bei der Thermalwassertechnik, der Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie dem Herzstück, den Großwärmepumpen“, so Zingelmann.
Diese erhöhen später die Temperatur des aus dem Erdreich gewonnenen Thermalwassers in einem separaten Kreislauf auf rund 80 °C. Jeder Fernwärmekunde der Stadtwerke Prenzlau soll zukünftig von der geothermischen Wärme aus Prenzlau profitieren. Dafür wird das Fernwärmenetz ausgebaut, Teilnetze werden zusammengelegt – für eine flächendeckende Fernwärmeversorgung!