Der Verband mit Betriebsführung der UckerService versorgt täglich rund 18.700 Menschen mit frischem Trinkwasser und kümmert sich um die reibungslose Abwasserentsorgung. Wir sprachen mit Beiden sowie dem Vorsitzenden der NUWA-Verbandsversammlung, Roland Klatt (Bürgermeister Gemeinde Nordwestuckermark), über Geschafftes und künftige Herausforderungen.
Herr Sommer, auf welche Erfolge Ihrer Amtszeit sind sie besonders stolz?
Die Versorgung in dünn besiedelten Regionen wie unserer ist eine echte Herausforderung: lange Leitungen, wenige Abnehmer. Das Wasser steht manchmal länger in den Rohren und musste früher deshalb gechlort werden. Durch moderne Technik und sorgfältige Wartung liefern wir heute sauberes, chlorfreies Wasser – das ist ein großer Erfolg, auf den ich besonders stolz bin. Wir haben die Zahl der Wasserwerke von 54 auf 16 reduziert und konnten auch in der dezentralen Versorgung die Kosten für Bürger moderat halten. Und: Lieber rechtzeitig investieren, als später ständig reparieren – das war mir wichtig.
Welche Projekte sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?
Die Modernisierung unserer Abwasseranlagen rund um den Uckersee waren Meilensteine. Früher war der See trüb, heute ist das Wasser klar und sauber. Oder nehmen wir die Kläranlage Göritz. Wir haben viele Einwohner überzeugen können, von ihrer Sammelgrube und der mobilen Entsorgung zu wechseln. Auch wenn es bedeutete, den Anschluss nochmal neu zu bezahlen. Aber man hat keine Abfuhrprobleme mehr, ist am zentralen Netz. Das ist natürlich für die Masse der Dörfer nicht machbar. Aber wir haben bei der mobilen Abwasserentsorgung schon einen Abnahmegrad, der so vor 10 Jahren nicht denkbar war.
Herr Sommer, wie haben Sie die Arbeit der frisch gegründeten UckerService zu Beginn Ihrer Amtszeit 2014 erlebt?
Die Ende 2013 gegründete Betriebsführungsgesellschaft UckerService aus NUWA und Stadtwerke Prenzlau GmbH war und ist ein einzigartiges Modell in Brandenburg. So blieben Entscheidungen, Services und Ansprechpartner vor Ort. Die Mitarbeitenden engagierten sich, sind die Kümmerer und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft – ein stabiles Fundament für meine Nachfolger.
Herr Schilling, sie übernehmen in wenigen Tagen den Vorsitz der NUWA. War das eine einfache Entscheidung?
Es brauchte etwas Überzeugungsarbeit, aber vor allem meine Einsicht, Verantwortung zu übernehmen. Ich bin als Bürgermeister der Gemeinde Uckerland seit neun Jahren Mitglied der Verbandsversammlung. Die Aufgaben sind mir also nicht neu. Letztendlich geht es um anstehende Herausforderungen.
Und die wären?
Matthias Schilling: Unsere Gemeinden sind sehr weitläufig, in den Dörfern rund um Prenzlau leben nur wenige Menschen. Trotzdem muss überall Wasser geliefert und Abwasser entsorgt werden – und das mit begrenzten Mitteln.
Roland Klatt: Ein Beispiel: Meine Gemeinde Nordwestuckermark ist 253 km² groß – wie die Stadt Frankfurt/Main mit 755.000 Einwohnern – und hat nur etwa 4.250 Einwohner. Das verdeutlicht den hier ständigen Spagat zwischen notwendigen Investitionen für die Wasserqualität und den Gebühren für die Bürger.
Matthias Schilling: Ja, daher war auch die Initiative von Herrn Sommer wichtig, alte Leitungen zu erneuern – um künftig Kosten zu sparen, Wasserverluste zu verhindern und sinkende Abnahmemengen auszugleichen. Wasser wird in den kommenden Jahren noch stärker an Bedeutung gewinnen. Unser Ziel ist daher eine nachhaltige Versorgung, bei der die Bürger spüren: Ihr Wasser ist sicher, sauber und bezahlbar!
Worin lag die besondere Stärke von Herrn Sommer, die die Arbeit des Zweckverbandes geprägt hat?
Matthias Schilling: Ein Gespür dafür, alle Gemeinden auf Augenhöhe agieren zu lassen. Die Stadt Prenzlau hat schon eine herausragende Position in der Uckermark. Auch die Dörfer und Gemeinden drumherum mitzunehmen, das ist eine Gabe gewesen, die ihn ausgezeichnet hat.
Roland Klatt: Hendrik Sommer hat gezeigt, wie man Technik, Finanzen und Menschen zusammenführt. Wir treten in große Fußstapfen.
Herr Sommer, was wäre ihr Wunsch für die Zukunft?
Grundsätzlich mehr Wertschätzung für den ländlichen Raum. Ich wünschte mir, dass sich mal abseits von großen Firmen und Events mehr als der eine oder andere Minister hier sehen lässt.
Vielen Dank für das Gespräch!